Ein kleines Vitalpilz-Portrait: Der Birkenporling

Raus in den Wald! Denn…

… jetzt, von September bis Dezember ist die optimale Zeit, den Birkenporling zu ernten, da er gerade frische Fruchtkörper bildet, wenn auch man ihn das ganze Jahr über sammeln kann. Er sollte aber nur dann mitgenommen werden, wenn die Hutunterseite noch weiß ist. Sobald erste schwarz-braune Flecken oder Schimmel zu sehen sind, muss man die Finger davon lassen. Dies ist meist zu Weihnachten bzw. im Januar des darauffolgenden Jahres der Fall.

Der Birkenporling, einer unserer wichtigsten und bekanntesten Vitalpilze, wächst ausschließlich auf abgestorbenen Birken und ist ein Holzzersetzer und damit enorm wichtig für den Wald, daher sollte man wirklich nur soviel mitnehmen wie man auch tatsächlich benötigt.

Birkenporling im Spatherbst | Foto © Brian Taylor

 

Aber was macht diesen Pilz zu einem Vital- oder gar Heilpilz?

Ötzi, die Gletschermumie, die 1991 in den Ötztaler Alpen/Südtirol gefunden wurde, hatte ihn bei sich, den Birkenporling. Man geht davon aus, dass also bereits vor ca. 5300 Jahren die Menschen von dessen heilsamer Wirkung wussten.

Der Birkenporling enthält verschiedene Polyporensäuren, die entzündungshemmend wirken sollen. Oft wird er eingesetzt bei Magen- und Darmbeschwerden. Ganz besonders gut eignet er sich als Wundauflage, da er blutstillende Eigenschaften hat.

Hat man nun ein schönes Exemplar dieses Porlings gesammelt, ist es am besten, ihn in Scheiben zu schneiden und zu trocknen. Diese kann man nun in einer handelsüblichen Kaffeemühle mahlen und bei Bedarf einen Tee daraus kochen. Dafür nimmt man 1 EL des Birkenporlingpulvers auf einen halben Liter Wasser und lässt das Ganze für eine halbe Stunde köcheln. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass akutes Sodbrennen innerhalb kürzester Zeit nach Genuss dieses Tees verschwindet. Genuss ist dabei allerdings nicht unbedingt der richtige Begriff, denn der Tee schmeckt sehr bitter. Wer sich gar nicht überwinden kann, ihn pur zu trinken, der kann ein wenig Honig hinzugeben.

Es lohnt sich aber auch die getrockneten Birkenporlingscheiben im Ganzen zu lassen, denn so können sie – kurz im Wasser aufgeweicht – als Wundauflage z.B. bei Schnittwunden verwendet werden.

 

Zur Heilkraft des Pilzes lässt sich Folgendes sagen:

Er ist nicht im Stande, irgendeine Krankheit oder ein Leiden zu heilen. Er lindert lediglich Symptome und bekämpft nicht die Ursache. Grundsätzlich lässt sich das von allen Heilsubstanzen ( Medikamente, Salben, Heilkräuter, andere Heilpilze..etc.) sagen, solange das Leiden nicht durch eine Vergiftung, einen Mangelzustand oder einer Verletzung ausgelöst wurde. Und auch bei einer symptomatischen Behandlung gilt es, immer zu schauen, inwiefern die Gabe einer bestimmten Heilsubstanz einen bestehenden Heilungsprozess verlangsamt oder sogar unterbricht.

 

Ein paar Worte zum Pilzesammeln:

Pilzesammeln birgt immer ein potenziell tödliches Risiko und erfordert ein nötiges Maß an Wissen und Erfahrung. Dieses Vitalpilz-Portrait ist keine Verzehrfreigabe und ich hafte nicht für evtl. Schäden, die durch das Sammeln oder den Verzehr von Pilzen entstehen. Jeder handelt beim Pilzesammeln eigenverantwortlich und ist dazu angehalten, sich selbst mit der Bestimmung bestimmter Pilzarten auseinander zu setzen.

Ich wünsche viel Spaß beim Suchen, Finden und Forschen!

 

 

Birkenwald | Foto © solotravelgoals

Quellen

  • https://www.123pilzsuche.de/daten/details/Birkenporling.htm/ 13.11.2019
  • https://www.passion-pilze-sammeln.com/birkenporling.html / 13.11.2019
  • https://www.celticgarden.de/2013/10/birkenporling-piptoporus-betulinus/13.11.2019
  • https://dingolfing-landau.bund-naturschutz.de/pilze-in-unserem-landkreis/pilz-presseartikel/birkenporling.html/13.11.2019
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